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WELT 15 Mai, 2026

Iran lässt während Trumps China-Besuch asiatische Schiffe durch die Straße von Hormus passieren

Teheran lockert die Beschränkungen für asiatische Tanker teilweise, während Trump und Xi in Peking über die globale Energiekrise sprechen Iran hat dam...

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Teheran lockert die Beschränkungen für asiatische Tanker teilweise, während Trump und Xi in Peking über die globale Energiekrise sprechen

Iran hat damit begonnen, asiatischen Schiffen die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu erlauben – zeitgleich mit dem Besuch von US-Präsident Donald Trump in China zu Gesprächen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping. Die Entscheidung gilt als teilweise Lockerung der maritimen Einschränkungen, die Teheran zuletzt in einer der wichtigsten Energierouten der Welt verhängt hatte.

Iranische Medien mit Nähe zu den Revolutionsgarden berichteten, dass Behörden seit Mittwochabend wieder Tanker und Frachtschiffe passieren lassen, die vor allem mit China und teilweise auch mit Japan verbunden sind. Die Schiffe müssen dabei festgelegte Seekorridore nutzen, die von iranischen Sicherheitskräften überwacht werden.

Die Maßnahme fällt mit dem Gipfeltreffen zwischen Trump und Xi in Peking zusammen. Dort sprachen beide Staatschefs unter anderem über die Bedeutung offener Handels- und Energierouten im Persischen Golf. Das Weiße Haus erklärte anschließend, beide Präsidenten seien sich einig gewesen, dass der freie Öl- und Gasfluss durch die Region gewährleistet bleiben müsse.

Ein Signal an Peking inmitten der Krise

Die Straße von Hormus gilt als wichtigster maritimer Engpass der globalen Energieversorgung. Rund ein Fünftel des weltweit verbrauchten Erdöls passiert die schmale Meerenge zwischen Iran und Oman.

Seit Beginn der regionalen Spannungen zwischen Washington, Israel und Teheran hatte Iran die Kontrollen im Schiffsverkehr deutlich verschärft. Dies löste weltweit Sorgen über mögliche Unterbrechungen der Energieversorgung aus.

Die teilweise Öffnung für asiatische Schiffe unterstreicht nun die strategische Bedeutung Chinas für Iran. Peking zählt seit Jahren zu den wichtigsten Abnehmern iranischen Öls und bleibt einer der bedeutendsten Wirtschaftspartner der Islamischen Republik.

Die iranischen Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim berichteten, die Entscheidung sei nach diplomatischen Kontakten zwischen chinesischen Vertretern und der iranischen Regierung getroffen worden.

Laut diesen Berichten passierten zwischen Mittwoch und Donnerstag bis zu 30 Schiffe mit iranischer Genehmigung die Meerenge. Die genaue Zahl lässt sich jedoch nur schwer überprüfen, da viele Schiffe ihre AIS-Ortungssignale während der Durchfahrt reduzieren oder verändern.

China will seine Energieversorgung sichern

Für China besitzt die Entwicklung enorme Bedeutung. Fast die Hälfte der chinesischen Ölimporte passiert die Straße von Hormus. Jede Störung in der Region stellt daher ein unmittelbares Risiko für die chinesische Wirtschaft dar.

Beobachter sehen die Lockerung Teherans deshalb als Versuch, die strategischen Beziehungen zu Peking zu schützen und zusätzliche Spannungen mit China während der aktuellen Krise zu vermeiden.

Gleichzeitig hält Iran die Einschränkungen für Schiffe aus „feindlichen“ Staaten weiterhin aufrecht, insbesondere für Verbindungen zu den USA und westlichen Verbündeten.

Die Revolutionsgarden kontrollieren weiterhin die eingerichteten Seekorridore und überwachen den Schiffsverkehr in der Region.

Die Märkte bleiben unter Druck

Die Krise rund um Hormus sorgt weiterhin für starke Unsicherheit an den internationalen Märkten. Versicherungsprämien für Schiffe im Persischen Golf sind massiv gestiegen, während mehrere Reedereien ihre Routen angepasst oder Fahrten reduziert haben.

Zwar könnte die teilweise Öffnung für asiatische Schiffe kurzfristig etwas Entlastung bringen, Experten warnen jedoch davor, die Lage als stabil anzusehen.

Auch in den vergangenen Wochen kam es weiterhin zu Zwischenfällen auf See, wodurch die Sorge vor einer militärischen Eskalation und weiteren Störungen des Welthandels wächst.

Währenddessen versucht die internationale Diplomatie, eine weitere Verschärfung der Krise zu verhindern.

Und erneut zeigt die Straße von Hormus, warum sie bis heute zu den sensibelsten und strategisch wichtigsten Orten der Weltwirtschaft gehört.


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