Zurück zum Körper: Wie Yoga uns lehrt, präsenter zu sein
Wenn über Yoga gesprochen wird, denken viele zunächst nur an etwas Körperliches. Und ja, auch das gehört zur Praxis dazu – doch Yoga geht weit darüber...
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Wenn über Yoga gesprochen wird, denken viele zunächst nur an etwas Körperliches. Und ja, auch das gehört zur Praxis dazu – doch Yoga geht weit darüber hinaus. Es geht nicht nur um perfekte und sauber ausgerichtete Asanas (Yogapositionen), sondern um alles, was auf und außerhalb der Matte geschieht.
Wann hast du deinen Körper das letzte Mal wirklich gespürt?
Den eigenen Körper bewusst wahrzunehmen, anstatt ihn einfach nur zu benutzen, klingt zunächst einfach. Doch mit den Jahren fällt uns genau das oft immer schwerer. Yoga lädt uns dazu ein, zu dieser Verbindung zurückzufinden.
In jeder Haltung können wir einzelne Bereiche unseres Körpers wahrnehmen und erkennen, wie Kraft, Stabilität und Flexibilität zusammenwirken, um die Position zu tragen. Und genau das geschieht ganz individuell: Es spielt keine Rolle, ob dein Bein in einer bestimmten Bewegung weiter oder weniger weit reicht. All diese Fähigkeiten arbeiten bereits zusammen und tragen deine Praxis – auf deine eigene Weise.
Auch der Körper spricht: Yoga, Präsenz und Propriozeption
Propriozeption bezeichnet die Fähigkeit, den eigenen Körper wahrzunehmen, ohne ihn sehen zu müssen. Viele Yogapositionen verfolgen genau dieses Ziel: zu spüren, wo sich ein Bein, ein Arm oder ein anderer Teil des Körpers befindet, und ihn bewusst zu bewegen, ohne dabei auf das Sehen angewiesen zu sein. Auf eine wunderbare Weise lädt uns das dazu ein, im gegenwärtigen Moment zu bleiben.
Während einer Yogastunde oder der eigenen Praxis zwischendurch die Augen zu schließen, ist ebenfalls eine Möglichkeit, die Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was der Körper uns mitteilen möchte: nach innen zu schauen, uns auf uns selbst zu konzentrieren und nicht nur auf das Außen. Wenn unsere Aufmerksamkeit in den gegenwärtigen Moment zurückkehrt, können wir klarer erkennen, wie es uns körperlich und emotional wirklich geht.
Yoga ist mehr als Dehnen: Wie es die Verbindung zwischen Körper und Geist stärkt
Yoga bedeutet weit mehr als bloßes Stretching. Jede Asana hat ihren Sinn, und genau deshalb können während der Praxis manchmal bestimmte Emotionen auftauchen. Nach und nach entsteht eine Verbindung zwischen dem physischen Körper, dem Geist und dem Atem, durch die du beginnst zu verstehen, was in dir geschieht, während du dich bewegst.
- Kannst du langsame und tiefe Atemzüge nur durch die Nase halten?
- Vertraust du dir selbst genug, um neue Bewegungen auszuprobieren, oder hältst du dich eher zurück?
- Frustrierst du dich, wenn etwas nicht gelingt, oder kannst du Hilfe annehmen?
- Weißt du, wann du stoppen solltest und wie du deinen Körper über den Atem regulieren kannst?
- Vergleichst du dich ständig mit anderen Menschen im Kurs, ohne ihren Weg zu kennen oder deine eigene Individualität anzuerkennen?
All diese Fragen finden ihre Antworten außerhalb der Matte, im alltäglichen Leben. Doch oft tauchen sie zuerst während der Praxis auf.
Letztlich ist Yoga eine ganze Lebensphilosophie. Wenn du dich für die Praxis interessierst, kannst du dich einfach darauf einlassen und ausprobieren – und dich dabei immer fragen, wie du dich davor und danach fühlst. Genau so kann das Erlebte wirklich integriert werden. Offenheit und Bereitschaft sind entscheidend, damit echte Veränderung entstehen kann.
Außerdem habe ich sowohl als Lehrerin als auch als Praktizierende erlebt, dass jeder Mensch aus einem bestimmten Grund zum Yoga findet. Und sehr oft wird es zu einer wunderbaren Gelegenheit, das Leben aus neuen Perspektiven zu betrachten, eine tiefere Verbindung zum eigenen Körper aufzubauen und ihn wieder bewusster, authentischer und echter zu bewohnen.